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Dein Weg zum Schweizer Hochseeschein – Die Theorie

Das Objekt der Begierde: Der Schweizer Hochseeschein, der B-ScheinIn dieser nun beginnenden Artikelserie werde ich einen 12-Wochen B-Schein Kurs des in der Schweiz bekannten Anbieters „HOZ“, den ich selbst in Bern als Referent gebe, beschreiben und die theoretischen Unterrichtsinhalte der einzelnen Lektionen vorstellen.

Einen Besuch eines solchen Kurses kann und soll eine solche Artikelserie natürlich nicht ersetzen – Aber Sie erhalten so einen Einblick in den zu vermittelnden Stoff und können einfacher entscheiden, ob eine solche Ausbildung auch etwas für Sie ist.

Eine chronologisch sinnvoll sortierte Übersichtsseite über alle bislang erschienenen Artikel finden Sie hier: Der Hochseeschein – Der Weg zum Schweizer B-Schein.

Also los, beginnen wir zunächst mit den „trockenen“ Voraussetzungen und den allgemeinen Infos zum Hochseeschein:

Wenn die Schweiz zu eng und die Seen zu klein werden, ist es Zeit den Hochseeausweis – früher B-Schein – zu erwerben und hinaus auf’s Meer zu ziehen.
Vielleicht mag es erstaunen und auch ein wenig an den ewigen Witz mit den Eskimos und den Kühlschränken erinnern, aber die Schweiz hat tatsächlich mit Basel nicht nur einen Hochseehafen sondern auch ein Seeschifffahrtsamt, das für die derzeit gut 1.500 unter Schweizer Flagge registrierten Jachten zuständig ist und die Prüfungsstellen für den international anerkannten schweizerischen Fähigkeitsausweises zum Führen von Jachten zur See (Hochseeausweis) beaufsichtigt.

Der Hochseeausweis selbst ist ein nationaler Führerausweis und wird auch ausserhalb der Schweiz als Befähigung zum Führen von Yachten auf See anerkannt.

Eine Unterscheidung nach Fahrtgebieten wie sie z.B. in Deutschland durch eine Vielzahl von aufeinander aufbauenden Führerausweisen gegeben ist, findet in der Schweiz nicht statt, der Hochseeschein ist unter Schweizer Flagge regional uneingeschränkt gültig!

Daraus folgert aber auch, dass die Ausbildung zum Hochseeschein im Vergleich recht anspruchsvoll ist, aber durchaus kein Hexenwerk darstellt.

Der CCS und die SYA sind derzeit die Prüfstellen für den Hochseeausweis

Das Seeschifffahrtsamt hat derzeit den Cruising Club der Schweiz sowie neu die Swiss Yachting Association mit Sitz in Basel mit der Durchführung der theoretischen Prüfungen, der Überprüfung der Fahrnachweise und der Ausstellung der Hochseescheine beauftragt. Die SYA ist die gemeinsamen Prüfstelle der im Verein Schweizerischer Motorboot und Segelschulen zusammengeschlossenen Bootsfahrschulen und -Ausbildungspersonen.

Der Weg zum Hochseeschein

Um den auch B-Schein genannten Hochseeausweis zu erwerben, müssen mehrere Kriterien erfüllt werden.
Der Einfachheit halber geht man am besten von einer theoretischen Grundausbildung und dem praktischen Finish aus.

Die Basics: Das brauchen Sie für den B-Schein

Um den Hochseeausweis zu erhalten müssen Sie

  • das 16. Altersjahr vollendet haben.
  • die Prüfung mit Erfolg bestanden haben.
  • eine nautische Grundausbildung mittels kantonalem Schiffsführerausweis nachweisen.
  • einen Nothilfeausweis vorlegen
  • eine Bestätigung über genügendes Seh- und Hörvermögen vorlegen
  • die erforderliche Praxis auf See nachweisen
  • und natürlich die Gebühren bezahlt haben

Die theoretische Prüfung kann frühestens nach Erreichen des 16. Altersjahres abgelegt werden.

Am meisten Klärungsbedarf gibt in der Regel der Passus mit der erforderlichen Praxis auf See. Dabei ist es gar nicht so kompliziert 😉

Ganz einfach auf den Punkt gebracht, benötigen Sie

  • Für den Hochseeausweis für Segelschiffe einen Fahrtnachweis über 1.000 Seemeilen, wovon mindestens 700 Seemeilen nach bestandener Theorieprüfung abgelegt werden müssen. Dieser Fahrtnachweis muss mindestens drei Wochen Seefahrt, davon mindestens 18 Tage auf See umfassen.
     
  • Für den Hochseeausweis für Motorschiffe einen Fahrtnachweis über 500 Seemeilen, wovon mindestens 400 Seemeilen nach bestandener Theorieprüfung abgelegt werden müssen. Dieser Fahrtnachweis muss mindestens zwei Wochen Seefahrt, davon mindestens 10 Tage auf See umfassen.

Sollten Sie schon einen B-Schein für Segeljachten haben, langen Ihnen zusätzliche 100 Seemeilen in 5 Tagen auf See für die Ergänzung um die Kategorie für Motorjachten. Motorbootfahrende benötigen zusätzliche 500 Seemeilen in 10 Tagen auf See um ihren Hochseeschein um die Kategorie Segelyachten zu erweitern.

Für das „Meilen sammeln“ haben Sie 4 volle Kalenderjahre (!) vor und vier volle Kalenderjahre (!) nach der bestandenen Theorieprüfung Zeit.

Daraus ergibt sich meiner Meinung nach auch der optimale Zeitpunkt für die Theorieausbildung und die Prüfung:
Im Optimalfall besteht man die Prüfung im Januar, dann hat man noch das ganze Kalenderjahr Zeit zum Meilensammeln.
Eine Prüfung im Oktober oder November verkürzt diesen zur Verfügung stehenden Zeitraum also um bis ein ganzes Jahr!
Die theoretische Ausbildung sollte daher spätestens zum Saisonbeginn eines Kalenderjahres abgeschlossen sein.

Die Ausbildungsfahrten müssen mittels Fahrtnachweis, am besten einem vom jeweiligen Skipper unterschriebenen Logbuch-Duplikat, nachgewiesen werden. Der ausbildende Schiffsführer muss berechtigt sein, die Yacht nach dem Recht des jeweiligen Flaggenstaats zu führen und die Yacht muss den geltenden Normen nach Seetüchtig sein.

Aus dem Fahrtennachweis sollte die aktive Beteiligung des B-Schein Kandidaten an der Führung der Yacht (Navigation und Schiffsführung) ersichtlich sein.

Auf der Seite der SYA kann ein Formular für den Fahrtennachweis heruntergeladen werden, das Logbuch muss trptzdem geführt werden – es kann zur Kontrolle angefordert werden.

Eine abschliessende Praxisprüfung findet nicht statt!

Ist doch ganz einfach, oder!?

Die theoretische Prüfung zum Hochseeschein.

Die Hochseeausweis-Verordnung schreibt die zu vermittelnden Stoffgebiete fest:

Die theoretische Prüfung umfasst die folgenden Prüfungsfächer:

  • Gruppe 1
    • A: Navigation, Schiffsführung
    • B: Seemannschaft
    • C: Meteorologie
    • D: Rechtsfragen
    • E: Medizin an Bord
    • Gruppe 2 F: Gezeitenaufgaben
    • Gruppe 3 G: Kartenaufgaben

Die Aufgaben der Gruppe 1 werden mittels Multiple-Choice Fragebogen geprüft, die Lösungen der Aufgaben von Gruppe 2 und 3 werden mittels Multiple-Choice erhoben, wobei der Lösungsweg ein Teil der Lösung ist und mit abgegeben werden muss und bewertet wird.

Die Prüfung gilt als bestanden, wenn pro Prüfungsfach mindestens 75% der maximalen Punktzahl erreicht wird. Einzelne Prüfungsfächer können, wenn nicht bestanden, gesondert nachgeprüft werden. Die Prüfung selbst dauert 3,5 Stunden für die Fragen der Gruppe 1 und 2, danach folgt eine Stunde Mittagspause und am Nachmittag geht es dann mit nochmals 3,5 Stunden Zeit für die Aufgaben der Gruppe 3 weiter.

Insgesamt dauert die aktive Prüfung also 7 Stunden, mit Mittagspause sind 8 Stunden zu veranschlagen.

Die Prüfungsregeln.

Die Prüfungsregeln erinnern mich ein wenig an meine Schulzeit, auch wenn diese schon etliche Jahre her ist…

Wenn Sie zur Prüfung erscheinen, werden alle Taschen, Jacken und Mäntel inklusive der ausgeschalteten Mobiltelefone möglichst vorn am Rand des Prüfungsraumes deponiert. Der Toilettenbesuch ist immer nur einer Person gleichzeitig gestattet.

Sie dürfen nur Schreib- und Zeichenmaterial sowie einen nicht programmierbaren Taschenrechner, maximal von der Kategorie TI-30, mitbringen und verwenden. Die benötigten Unterlagen und Blätter werden verteilt und sind zu verwenden.

Essen und Trinken dürfen auf das Prüfungspult gelegt und bei Bedarf konsumiert werden.

Nach Abgabe der Fragenkataloge und Antwortblätter hat man ruhig am Arbeitsplatz zu warten, bis der Prüfungsleiter die Ergebnisse und den Prüfungsnachweis aushändigt. 15 Minuten vor Prüfungsende dürfen keine vorzeitigen Abgaben mehr erfolgen.

Wird eine Prüfung am Nachmittag nicht fortgesetzt, gilt Sie in dem entsprechenden Fach als nicht bestanden.

Während der Prüfung wird auf Einwände nicht eingetreten.

Bei der Verwendung unerlaubter Hilfsmittel oder wenn man während der Prüfung unerlaubt mit Dritten kommuniziert, gilt die gesamte Prüfung mit allen Prüfungsteilen als nicht bestanden.

Der Hochseeschein-Theoriekurs

Es gibt in der Schweiz eine Vielzahl Anbieter, die eine Ausbildung zur B-Schein Theorie anbieten.
Meist handelt es sich dabei um Segelschulen, die diese Kurse im Winterhalbjahr abhalten und dann auch gleich den einen oder anderen Hochsee-Törn als Anschlussgeschäft anbieten. Der CCS selbst bietet ebenfalls für seine Mitglieder vergünstigte Kurse an, die aber meist recht schnell ausgebucht sind.

Einen Kurs für das Heimstudium bietet der bekannte Anbieter Frederiksen an. Über die Erfolgsrate dieser Art der Wissensvermittlung kann ich jedoch keine Aussagen treffen, meiner Meinung nach ist bei diesem Stoff das Miteinander sehr erfolgsfördernd.

Einige Anbieter bieten zusätzlich noch einen Online-Lernraum, beim CCS kann dieses Modul auch von externen Prüflingen gebucht werden.

Als Kursform bewährt haben sich:

  • Abendkurse, die 12 Mal wöchentlich für 2-3 Stunden abgehalten werden.
  • Wochenend-Kurse, die über 7 Samstage oder Sonntage den Stoff vermitteln.
  • Wochenkurse, meist in den Ferienzeiten. Von Montag bis Freitag ganztägig.
  • Bootskurse, meist 1-2 Wochen in Kombination mit einem Hochseetörn bei dem man an Bord die Theorie gleich in die Praxis umsetzt und Meilen sammelt.

Ich werde für Sie einen typischen Abendkurs dokumentieren und während der 12 Wochen zeitnah über die einzelnen Unterrichtseinheiten berichten.

Und schon morgen, am 06. Februar 2014, geht es mit der ersten Lektion los…

Sind Sie auch schon so gespannt wie ich!?

Hier noch ein paar, hoffentlich nützliche, Links zum Thema Hochseeschein:

Hier geht es direkt weiter mit dem ersten Teil der Hochseeschein-Kurs Serie »

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19 Antworten auf “Dein Weg zum Schweizer Hochseeschein – Die Theorie”

  1. Jochen Geske
    29. November 2014 at 08:38 #

    Hallo,

    ich habe gerade den SKS Schein in D. gemacht. Möchte gerne weiter machen und bin auf den schweizer Weg zum Hochseeschein gekommen. Frage: Beinhaltet die Ausbildung auch Radar und Astronavigation. Reicht der deutsche SKS Schein (incl. SBF Binnen und See) als Vorraussetzung zur Teilnahme am Hochseeschein. Danke im Voraus für die Auskunft!!

    Gruß

    Jochen

  2. 29. November 2014 at 16:08 #

    Hallo Jochen,

    eigentlich steht die Kurzantwort auf Deine Frage schon im Artikel:

    Ja, der Schein sollte reichen – Wenn die Prüfungsstelle diesen als „nautische Grundausbildung“ akzeptiert, was aber IMHO kein Problem sein sollte. Frag einfach beim CCS nach.

    Und nein, Astro und dedizierte Radar-Einweisung ist im normalen Hochseeschein nicht enthalten. Mit Radar kommst Du dort nur bei den Seiten- und Distanzpeilungen näher in Kontakt.

    Für diese Module gibt es jeweils Zusatzlehrgänge die von verschiedenen Institutionen und Bootsfahrschulen angeboten werden.

    Aber Dein Kommentar hat mich auf eine Idee für einen Artikel gebracht. Wart mal ein paar Tage 🙂

    Viele Grüsse

    Uwe

  3. Armin Krause
    12. August 2015 at 11:56 #

    Hallo
    Kann ich nach bestandener in der Schweiz abgelegten Hochseescheinprüfung auch die geforderten Seemeilen mit deutschen Anbietern absolvieren?
    Vielen Dank

  4. 13. August 2015 at 10:48 #

    Hallo Armin,
    prinzipiell schon. Du benötigst am Ende des Törns eine vom CCS oder der SYA anerkannte Meilenbestätigung. Zur Sicherheit empfehle ich immer auch das Logbuch für den Törn sauber geführt abzuschreiben und vom Skipper unterschreiben zu lassen.
    Wichtig: Der Befähigungsnachweis des Skippers sollte im Meilennachweis nachvollziehbar aufgeführt werden, also z.B.: Name und Anschrift des Skippers, SSS/SHS-Schein Nummer, Ausstellungsort und -Datum.

    Ich hatte zu diesen Fragen aber auch schon mal was geschrieben – Billig ist nicht immer automatisch auch preiswert ;):

    https://www.segelrevier.ch/hochsee/meilentoern-schweizer-anbieter-teuer/

  5. Hannes
    8. September 2015 at 09:31 #

    Das ist ja eine heftige Änderung!! Für viele Dinge wird der Schein ohne ICC quasi nutzlos (u.a. Chartern in der Karibik, Mexiko…). Sehr ärgerlich und für mich unverständlich (ausser man geht wirklich von Geldmachereri aus), dass der CCS das mitträgt!

    Für Jochen wäre damit auf jeden Fall zu empfehlen, NICHT den Schweizer Hochseeschein zu machen sondern lieber den deutschen SSS.(mit ICC).

  6. 8. September 2015 at 09:58 #

    Guten Morgen Hannes,

    es handelt sich halt um einen nationalen Führerausweis. Und der Eintrag eines ICC nach UN40 ist eigentlich für eine weltweite Fahrtbefähigung nicht nötig, da das ICC / UN40 für „Inland Waters“ ausgestellt wird:

    http://www.unece.org/fileadmin/DAM/trans/doc/2015/sc3wp3/Guidelines_to_Resolution_No._40_e.pdf

    Guidelines, Abschnitt A, Absatz 5: „Use of the ICC has also developed over the years and the certificate now covers coastal waters and the wider inland waterways as well as the rivers it was originally
    developed for. “

    In so fern macht das Entfernen des ICC aus dem Hochseeausweis sogar Sinn 😉

    Wenn Dir das ICC sehr wichtig ist, kannst Du ja mal bei deinem zuständigen kantonalen Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt nachfragen ob die Dir für deinen A- oder D-Schein ein ICC ausstellen 🙂

    In der Binnenschiffahrtsverordnung findest Du im Artikel 90 einen Text und im Anahng 6 schliesslich ein Muster für ein sogenanntes „NTERNATIONALES ZERTIFIKAT FÜR FÜHRER VON SPORT- UND FREIZEITSCHIFFEN“ – Schau mal da drauf. Es gibt anscheinend tatsächlich einen ICC konformen Führerausweis in der Schweiz. Würd‘ mich einfach mal interessieren, ob den schon mal jemand „live“ gesehen hat ….

    -> https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19780252/index.html#a90

  7. Lena
    13. September 2015 at 21:10 #

    Grau ist alle Theorie! Ich habe vor 20 Jahren den B-Schein gemacht und segle seither weltweit. Der Kursinhalt ist vorwiegend für die antiquierte Prüfung relevant (niemand navigiert heute mit Papierkarten und Tidentabellen, etc.), in der Praxis kommt es aber primär auf die souveräne Schiffsführung und gesunden Menschenverstand an. Trotzdem führt kein Weg am Papier vorbei, man sollte dieses aber in seiner Bedeutung nicht übergewichten. Skipper sein ist Praxis, nicht Papier.
    1000 Meilen können viel oder zu wenig sein, je nachdem, wie diese ablaufen. Sicher Ankern und souveräne Hafenmanöver sind wichtig, effektive Teamleitung und vertrauensvolle Persönlichkeit auch. Mit Unvorhergesehenem (Motorausfall, Unfall/Krankheiten, technischen Pannen) umgehen können ist enorm wichtig. Hunderte von Meilen geradeaus Segeln bringt ausbildungsmässig nichts. Die Wetterprognose kann das Internet immer besser als du, vergiss das nicht.

  8. 14. September 2015 at 08:49 #

    Moin Lena,

    zum Verständnis der Abläufe und Grundlagen erachte ich die „antiquiterte“ Prüfung(-svorbereitung) aber als durchaus sinnvoll.
    Es gibt viele „Knöpflidrücker“ die im Alltag mittlerweile soweit von den Grundlagen abgehoben sind, dass die nicht mal mehr in der Lage wären ohne Elektriker eine Glühbirne auszutauschen. Und ich habe immer auch die entsprechenden nautischen Unterlagen mit an Bord, nicht nur als „Backup“ sondern auch als Nachweis der ordentlichen Seemannschaft, wenn mal was passiert…

    BTW: Die Tideninfos z.B. in Navionics sind bei weitem nicht so genau und nützlich wie z.B. ein Stromatlas oder z.B. der Reeds, der allein schon der Hafen- und Revierinfos wegen IMHO unerlässlich ist.

  9. Lorenz
    12. Oktober 2015 at 14:14 #

    Lieber Uwe,

    irgendetwas habe ich jetzt total durcheinander gebracht. Kannst du bitte meinen letzten Kommentar löschen und diesen hier einfügen:

    Hallo Uwe,

    ersteinmal möchte ich dir für deine vielen spannenden Artikel danken. Vielen Dank!

    Zum ICC habe ich folgendes Rundschreiben an die Schifffahrtsämter des BAV gefunden:

    http://www.bav.admin.ch/grundlagen/03514/03521/03587/index.html?lang=de&download=NHzLpZig7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDd356gmym162dpYbUzd,Gpd6emK2Oz9aGodetmqaN19XI2IdvoaCUZ,s-

    Laut dem Verzeichnis der Rundschreiben ist es immer noch gültig.

    http://www.bav.admin.ch/grundlagen/03514/03521/03587/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeH52gmym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A–

    Es sollte also kein Problem sein, ein ICC für die Küstenfahrt zu erhalten.

    Wenn du noch interessiert bist, wie der Ausweis aussieht, kann ich dir nächste Woche mal meinen einscannen. Im Moment habe ich ihn nicht zur Hand.

    Liebe Grüsse,
    Lorenz

  10. 12. Oktober 2015 at 14:40 #

    Lieber Lorenz,

    vielen Dank für die hilfreichen Links.
    Das klärt die Sache für die an einem ICC-Eintrag interessierten Segler und Motoryachtler doch erheblich.

    Liebe Grüsse
    Uwe

  11. Oli
    2. Januar 2016 at 12:54 #

    Hoi Uwe

    Ich bin auch der Meinung, dass das Erlernen der terrestischen Navigation mit Papierkarten absolut Sinn macht.
    Denn hast du das nicht begriffen, bist du bei einem Plotterausfall, kanns ja mal geben auf einem Charterschiff(!), am A….! (Oder der Vorgänger hat irgendwas dran rumgefummelt, Tiefenangabe von Meter auf Fuss umgestellt oder so….)
    Habe letztes Jahr die YM Offshore Prüfung im Solent gemacht, mit Vorbereitung. Es hat sich gezeigt keine Navi Software konnte, bezüglich der Genauigkeit der Hight of Tide und Current, mit dem Reeds mithalten.
    Ausserdem für eine sichere, schnelle, übersichtliche und nachvollziehbare Passagenplanung von A nach B, bin ich mit der Papierkarten Navigation immer im Vorteil gegenüber der Plotternavigation. Es macht auch mehr Spass und man setzt sich mit seinem Revier von A bis fast Z auseinander. Was für eine gewissenhafte, seemannschaftliche Törnplanung essenziell ist!
    Den Plotter benutz ich in der Regel nur zur Unterstützung der Papierkarten Navigation.
    Ach ja, Hafenmanöver müssen nicht souverän sein, aber dafür sicher und immer ein Plan B im Hinterkopf haben;-)!

    Liebe Grüsse und ein erfolgreiches neues Jahr!
    Cheers
    Oli

  12. Till
    16. Juni 2016 at 23:08 #

    Es gibt für mich eine Ungereimtheit: Mit dem Schweizer Hochseeschein darf man anscheinend nicht kommerziell unterwegs sein, während die deutschen Scheine SKS, SSS und SHS dies erlauben. Es droht damit eine Falle: Lade ich Leute ein zum Mitfahren, verkaufe ihnen aber mein Bordbier, kann dies als „kommerziell“ ausgelegt werden. Jedenfalls verweigern dann einige Skipperversicherungen die Leistung, wenn kommerzielle Aktivitäten nicht mitversichert sind.

  13. 17. Juni 2016 at 08:27 #

    Hallo Till,

    hier wirfst Du meiner Meinung nach gleich mehrere, voneinander mehr oder weniger unabhängige, Einflussfaktoren durcheinander.

    1. Der Schweizer Hochseeschein verbietet nicht die kommerzielle Fahrt.
    Sie wird in der Hochseeausweis-Verordnung schlicht nicht erwähnt – Und im Gegensatz zu einigen anderen Ländern ist hier in der Regel das erlaubt, was nicht verboten ist.

    2. Auf Yachten unter Schweizer Flagge darf kein gewerblicher Personen- oder Gütertransport durchgeführt werden.
    In der „Verordnung über die schweizerischen Jachten zur See“ findest Du den Passus im Artikel 17. Beachte, das hier nur die Yacht erwähnt wird 😉

    3. Die allermeisten Skipperversicherungen, die Du in der Schweiz abschliessen kannst, versichern nur den privaten Gebrauch der Sache.
    Ausnahmen, wie man sie früher mal mit dem Ausweichen auf EU-Anbieter gestalten konnte, funktionieren seit Anfang 2016 nicht mehr. In der EU ansässige Versicherer stellen für Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz nämlich keine Policen mehr aus. Meiner Recherche nach versichert aktuell lediglich ein Versicherer auch die gewerbliche Nutzung von Segelyachten mit einer Berufsskipper-Versicherung. Dazu habe ich einen separaten Artikel geschrieben: https://www.segelrevier.ch/chartern/charter-toern-versicherung/

    Wie Du siehst, vermischt Du mit Deiner Annahme einerseits die Bestimmungen zum Führerausweis, zum Betrieb einer Yacht unter CH-Flagge und privatrechtliche Versicherungsfragen zu einer Art „gordischem Knoten“.

    Kurzantwort: Du kannst mit Deinem CH Hochseeausweis ohne Probleme eine Yacht z.B. unter DE-Flagge chartern und dort Deine Meilentörns anbieten. Es gibt sogar einen Versicherer, der das ganze dann noch versichert 😉

    Man sollte allerdings wie immer auch eventuell vorhandenes subsidäres Recht im Auge behalten – Z.B. gibt es in Spanien (besonders auf den Balearen) einige Arbeits- und Steuerrechtliche Bestimmungen, die einen unbedarft gewerblich skippernden Schiffsführer bei näherem Kontakt mit der Guardia Civil in stürmisches Gewässer führen könnten…

    Wie immer: Das hier ist keine Rechtsberatung sondern lediglich meine persönliche Interpretation der Sachlage.
    Rechtsverbindliche Sicherheit gibt jeweils nur eine Anfrage bei den zuständigen Stellen.

  14. Till
    20. Juni 2016 at 10:27 #

    Hallo Uwe

    Zu 1)
    Ich habe die deutschen Scheine SBF See und SKS.
    Den Schweizer Theorie-Kurs habe ich zwar absolviert, aber mich aus persönlichen Gründen für den SKS entschieden (den SBF See hatte ich schon).
    Mir haben einige Leute aus dem CCS gesagt, dass kommerzielles Segeln mit dem Schweizer Schein nicht erlaubt sei, und ich habe diese Ansicht – zugegebenermassen ungeprüft – wiedergegeben.

    Zu 2)
    Das heisst dann wohl, dass man eine Yacht unter anderer Flagge nutzen muss, wenn es kommerziell ist. Andererseits bedeutet das wohl, dass ich nicht-kommerziell auf dem Meer auch mit dem SKS unter Schweizer Flagge segeln darf.

    Zu 3)
    Die Geschichte mit den EU-Versicherungen ist ein Chaos. Ich habe Verschiedenen nachgefragt. Jede versichert etwas anderes – oder auch nicht -, wenn man einen Schweizer Wohnsitz hat. Es hängt offenbar davon ab, welche Abkommen sie mit Schweizer Partnern haben.

  15. 20. Juni 2016 at 10:48 #

    Hi Till,

    der SKS berechtigt auch nicht zur gewerblichen Fahrt, dazu benötigst Du in DE den SSS.
    Wenn die kommerzielle Fahrt (also ich zähle dazu jetzt mal Ausbildungstörns und Co.) nicht erlaubt wäre, hätten die Vereine quasi ein Monopol bei den Törns.
    Meine Meinung: Nicht verboten = Erlaubt 😉

    Unter Schweizer Flagge benötigst Du IMHO den Hochseeschein.

    Art 16 der „Verordnung über die schweizerischen Jachten zur See“:

    Art. 16 Betrieb und Führung des Schiffes:
    1. Der Eigentümer einer schweizerischen Jacht hat sie entweder selber zu führen oder
    die Führung einem Schiffsführer anzuvertrauen. Insbesondere hat ein Verein einen
    verantwortlichen Schiffsführer zu bezeichnen. Die Bezeichnung eines Ausländers als
    Schiffsführer ist nur zulässig, wenn dies keiner Umgehung der Vorschriften über die
    Staatsangehörigkeit gleichkommt.

    Wie weit das jetzt zutrifft, wenn Du mit einem SKS als verantwortlicher Schiffsführer eine CH-Yacht führen willst,
    teilt Dir verbindlich das Seeschifffahrtsamt in Basel auf Anfrage mit.

    Ich persönlich stehe dem SKS allerdings eher etwas verhalten gegenüber,
    was seine Tauglichkeit als Fähigkeitsnachweis (nicht nur für die gewerbliche Fahrt) angeht.

    Immer eine Handbreit,

    Uwe

  16. Simon
    26. Juni 2016 at 22:20 #

    Eine Frage zum Fahrtennachweis Motorschiff:
    Kann ich 500 unter Motor absolvierte sm im Rahmen des Fahrtennachweis Segelschiff als sm für den Fahrtennachweis Motorschiff anrechnen lassen oder sind die 500 sm mit einem Motorschiff zu erbringen? Es stellt sich dann auch die Frage, ob ein Kat mit Mast ein Segelschiff und ein Kat ohne Mast ein Motorschiff ist. Oder wie es sich mit sog. Motorseglern verhält. Die Frage ist für mich insofern relevant, als dass ich das zweite Heft für Fahrtennachweise Motor auch gleich vom Skipper unterzeichnen lassen könnte…

    Besten Dank und nautische Grüsse

    Simon

  17. 15. Juli 2016 at 11:07 #

    Hallo Simon, hallo Uwe,

    Ich mische mich jetzt einfach mal in die (anregende) Diskussion mit ein…

    @Simon: für den Schweizerischen Hochseeausweis müssen die Meilen für die Kategorie Motor auf einer hochseetüchtigen Motoryacht absolviert werden. Meilen auf einem Segelschiff gelten immer für die Kategorie Segel. Mit den Katamaranen verhält es sich genau wie du beschrieben hast. Motorsegler werden von Fall zu Fall abgeklärt, meist kommt es auf die Immatrikulation drauf an. Im Schweizer Jachtregister werden entweder Segleschiffe oder Motorschiffe eingetragen, was anderes gibts nicht… und daher auch nirgends sonst 😉

    @Uwe: Danke dass du die an dich gestellten Fragen so sorgfältig differenziert beantwortest. Für weitergehende Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.

  18. Ralf FLORIAN
    3. Februar 2017 at 10:46 #

    Lieber Uwe,
    das ist eine tolle und sehr informative Web-Seite. DANKE. Hier meine Frage:
    Als Bodensee-Skipper mit schweizer Bodensee-Schifferpatent möchte ich meine Yacht für 6 Wochen in die ital. Adria verlegen.
    Welche zusätzlichen Scheine muss ich zum Führen meines eigenen Schiffs machen?
    Wird meine 30 jährige Segelerfahrung (Binnen) irgendwie anerkannt?
    Danke für den Tip und beste Grüsse von Ralf

  19. Till
    3. Februar 2017 at 18:45 #

    Hallo Ralf
    Du brauchst einen Schein, mit dem Du auf dem Meer fahren darfst. Bist Du Schweizer ohne weitere Staatsbürgerschaft, brauchst Du den Schweizer Hochseeschein. Anderenfalls geht auch der Meer-Schein des Landes Deiner Staatsbürgerschaft (Sonderfall im Ggs. zum Binnenschein).
    Theoretisch könntest Du auch an der Adria den Meer-Schein machen, ABER dieser ist dann nur in dem Land gültig, in dem Du ihn gemacht hast.
    Lass Deine Yacht also besser zu Hause, da die verbleibende Zeit bis zum Sommer nicht langt, um den Hochseeschein zu machen.
    Äs Grüssli, Till

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