Segeln im Ionischen Meer: Ein Segeltörn vor Korfu.

Einmal so richtig Urlaub machen: Also ab in ein „Anfängerrevier“ mit stetig sommerlichem Wetter, leichten Winden und viel lokalem Kolorit. Das war unsere Planung für den Törn, der uns im Juni 2013 nach Korfu und in das nördliche Ionische Meer vor Griechenlands Küste führte. Und fast wäre diese Planung auch aufgegangen.

Der Hafen von Gaios auf Paxos

Ab in den Sommer: Korfu, wir kommen!

Unser TUI-Flieger nach KorfuDas Ionische Meer mit seinen Inseln ist für uns aus der Schweiz am besten mit einem Charter-Bomber von Basel aus zu erreichen.

Wir erreichten Korfu, die nordwestlichste Insel Griechenlands, mit dem deutschen Charterflug-Carrier „Tui-Fly“ direkt, bequem und in nur gut 2 Stunden.

Nach weiteren guten zehn Minuten Taxifahrt, die uns 20 Euro kostete, standen wir schon am Steg unseres Vercharterers „Kiriacoulis Yachting„, über den uns die Agentur „So-Long-Yachting“ aus Hamburg eine etwas ältere, aber relativ gut gepflegte Bavaria 38 Cruiser reserviert hatte.


Wie erwartet war das Check-In sehr professionell und überdurchschnittlich in die Tiefe gehend, ich hatte mit meiner eigenen Liste kaum einen Punkt hinzuzufügen.
Marina Gouvia, Korfu, GriechenlaSchon etwas mehr als eine Stunde später war das Boot übernommen. Unsere Kaution versicherten wir diesmal übrigens bei Kiriacoulis direkt vor Ort.

Unserer Erfahrung nach versuchen manche Vercharterer gern mal über versteckte und dann plötzlich „entdeckte“ Schäden noch den einen oder anderen Hunderter von der hinterlegten Kaution zu ergattern.
Durch die einmalige „Ablasszahlung“ von 175 Euro konnten wir uns also das komplette Hinterlegen der Kaution sparen und auch der spätere Check-Out war meiner Meinung nach deutlich entspannter und schneller als sonst erledigt. Fazit: Empfehlenswert, machen wir zukünftig wieder so!

Noch schnell ein paar Einkäufe im -teuren- Hafensupermarkt erledigt, das Logbuch eröffnet und mit der Crew den Ort erkundet und schon war es soweit:

Das Abenteuer konnte los gehen!

Leinen Los! An Korfu vorbei nach Petriti.

Am Sonntag morgen waren wir nach der obligatorischen Sicherheitseinweisung schliesslich gegen 11:00 Uhr bereit, die Mooring loszuwerfen und die ersten Meilen des ionischen Meeres in unser Kielwasser zu legen.

Korfu Stadt von See aus gesehen.Die Hafenausfahrt aus der Marina Gouvia ist etwas speziell und führt durch eine gut betonnte, strikt einzuhaltende Fahrrinne hinaus in die grosse Bucht nordwestlich von Korfu Stadt.

Mit südöstlichem Kurs kamen wir unter Segeln gut voran und hatten schon bald den Hafen und die Silhouette von Korfus Hauptstadt an Steuerbord liegen. Die frühsommerliche Sonne und der leichte Wind aus nördlichen Richtungen waren das Versprechen auf einen perfekten Einstieg in einen wundervollen Törn.

Nach der Umrundung des Kaps von Korfu Stadt und dem Einschwenken auf Südkurs stellte der Wind ab und die Flaute zwang uns zur Nutzung des Dieselwindes. Obwohl die Reiseinfos und auch der konsultierte „Windfinder“ ein Tagesgangwetter versprachen kam auch im späteren Verlauf kein ausreichender Segelwind mehr auf und so fuhren wir unter Motor bis zu unserem ersten Tagesziel, der kleinen Ortschaft Petriti an der südlichen Ostküste von Korfu.

Hier galt, übrigens genau wie in Kroatien letztes Jahr: Um einen vernünftigen Platz in einem Hafen zu erhalten muss man möglichst um 5:00 Uhr Anker auf gehen und schnellstens zum Tagesziel „segeln“ um den anderen Charterbooten zuvor zu kommen. Da wir allerdings Ferien auf einem Segelboot machten und dieses auch als solches einsetzten, mussten wir halt Ankern. Macht ja auch nichts, wozu hat man ein Dinghy. Sollen die andern doch Wohnmobil-Ferien machen 😉

In der Ankerbucht vor dem Hafen von Petriti, Korfu, Griechenland

Um 18:30 Uhr fiel also vor dem Hafen von Petriti der Anker, 18 Seemeilen lagen hinter uns.

Unser Ankerplatz vor Petriti: http://goo.gl/maps/SjL6R

Infos zu Petriti:

Petriti wird in allen nautischen Führern ausführlich besprochen und liegt auf dem Haupttrampelpfad der Wochencharter-Segler.
Vor Ort sorgen ein paar recht gemütliche Bars und Restaurants direkt am Ufer für das leibliche Wohl. Die Stimmung ist recht gelassen, man kann sich sein Menü in der Küche aussuchen. Allerdings ist das Qualitätsniveau touristisch und „ortsüblich“. Kulinarische Sensationen wird man wohl eher nicht entdecken, schlecht ist es aber auch nicht.

Von Petriti ins kleine Paradies.

Da jeder von uns einen anderen Revierführer mit an Bord gebracht hatte stellten wir schnell fest, dass alle in etwa die selben Törnvorschläge enthielten.
Da war es wohl anzunehmen, dass sich eine grosse Zahl Boote wie eine Welle innerhalb einer Woche zu etwa den gleichen Orten begeben werden.
Ankern im kleinen Paradies.

Da wir aber doch eher die ruhigeren Orte abseits der Hauptrouten und Trampelpfade bevorzugen, wurden die Revierführer beiseite gelegt und dafür die Seekarten gechecked: Wo sind die Buchten die nicht in den Revierführern stehen und die weniger überlaufen sind!? Gibt es solche „geheimen“ Orte überhaupt in einem der bekanntesten Charterreviere im Mittelmeer oder ist bereits alles komplett erschlossen?

Ein Blick in die Seekarte und auf Google-Maps hilft da weiter.
Traumhafte Strände und kristallklares Wasser: Bei Sivota.In der Karte sieht man die einzelnen Buchten ja schon ganz gut, aber der Blick aus dem All hilft bei der Entscheidungsfindung prima weiter. Man kann z.B. anhand der Wasserfärbung die Beschaffenheit des Ankergrunds recht zuverlässig abschätzen. So fanden wir unser kleines Paradies schliesslich in der Nähe des (überfüllten) Hafens von Sivota. Dort lagen wir gegen den für die Nacht gemeldeten, auffrischenden Nord-West Wind, ziemlich sicher und ruhig.

Dieser Küstenabschnitt an der Festlandküste Griechenlands ist ziemlich spannend und bietet, neben Höhlen, Grotten und tollen einsamen Stränden auch die eine oder andere Möglichkeit in Abgeschiedenheit ohne Nachbarlieger zu ankern: http://maps.google.de/maps?hl=de&ll=39.399392,20.248146&spn=0.054983,0.090895&t=h&z=14

Bereits um 16:00 gingen wir im kleinen Paradies vor Anker – Tagesweg 17 sm, kaum nennenswerter Wind aber eine tolle Erkundungstour entlang der Küste mit Dinghy-Ausflug in eine Grotte.

Den Abend verbrachten wir an Land: Immer auf der Suche nach lokalen kulinarischen Sensationen wurden wir aber leider in der Umgebung von Sivota nicht fündig. Selbst die griechisch aussehenden, kleinen Restaurants und Lokale boten lediglich frittierte Touristenware an – Schade, dabei hat die griechische Küche viel mehr als frittierte Zucchini, teure Dorade und lauwarme Pommes zu bieten.

Vom kleinen Paradies nach Paxos. Gaios, wir kommen!

Endlich ein Ende des windarmen Wetters: Bis zu 25 Knoten Wind aus nördlichen Richtungen versprach uns der Windguru für die nächsten 48 Stunden.
Und wirklich, pünktlich und wie versprochen legte gegen Mittag der Wind immer mehr zu um dann am Nachmittag mit munteren 4 Beaufort aus der angegebenen Richtung zu wehen. Das verhiess einen flotten Halbwind-Gang in Richtung unseres Tagesziels Gaios, einem schönen und vor allem gegen den Wind gut geschützten Hafen an der Ostküste von Paxos.

Der Hafen von Gaios auf Paxos

Die 13 Seemeilen waren in knapp 3 Stunden gesegelt. Was ein schöner Rutsch rüber nach Paxos!
Das eine oder andere weisse Schaumkrönchen auf den Wellen, die sich fast so anfühlten wie zuhause am Neuenburgersee. Kein Wunder, denn in dem Seeraum zwischen Korfu und dem griechischen Festland kann sich erst nach der nördlichen Meerenge ein Seegang aufbauen. Beim vorherrschenden Nord-West Wind entsprachen die daraus resultierenden 25 Seemeilen Fetch ziemlich genau der Länge unseres heimischen Reviers. So glichen sich die Wellensysteme weitgehend: Kurz und relativ hoch, die Kämme schnell brechend.

Der Hafen von Gaios ist ein sehenswertes Unikum, besteht er doch eigentlich nur aus einem dem Dorf Gaios vorgelagerten Kanal, der von Paxos und dem Inselchen Agios Nikolaos gebildet wird und zumindest im Vorhafen hervorragenden Schutz gegen Wind aus Nord und Nordwest bietet.

Der Hafen von Gaiso in der Panoramaansicht mit InfosQuelle: Wikimedia Commons, NikoSilver. Anmerkungen von Uwe Bechmann, segelrevier.ch. Für volle Darstellung auf die Grafik klicken.

In Gaios ist ganz schön was los: Ein munteres Kommen und Gehen von Yachten und Ausflugsbooten aller Art. Wir hatten Glück, wie geplant im Vorhafen einen Platz an der Mole ergattern zu können. Wie aus dem obigen Hafenfoto gut ersichtlich ist, muss man wenn man später einläuft mit einer Landleine zum Inselchen Nikolaos im „Hafenbecken“ ankern. Im Stadthafen selbst ist aber relativ viel Platz, so dass ich auch wenn der Vorhafen besetzt ist ruhig einmal in den Trubel fahren würde.

Skipper-Tipp: Ab 17:00 Uhr fahren die Ausflugsboote mit den Tagestouristen wieder zurück. Deren freigewordene Liegeplätze können von Yachten bis zum nächsten Morgen um 10:00 Uhr genutzt werden. Um 10:05 stehen dann aber die Dorfpolizisten an der Mole und verscheuchen die Yachten, die dann noch dort liegen! Ist dann kein Skipper an Bord, setzt es Strafzettel.

Um 14:30 waren wir im Hafen, im Kielwasser 13 Seemeilen.
Warum so kurz und so wenig? Wir hatten heute Wandertag und wollten die Insel per Pedes erkunden…

Hier ein paar Eindrücke von der Insel Paxos – Wenn man mit der Maus drüber fährt und kurz anhält, kommt ein kleiner Text, anklicken macht das Foto gross.

Hafen Gaios auf Paxos, StatueHaus auf der Insel Panagia, vor Gaios
Fischrestaurant an der Hafenmole von GaiosAn der Ostküste von Paxos
Die Ostküste von Paxos - Wunderschön.Mongonisi Bay - Ein toller Naturhafen.
Bar in der Bucht von MongonisiFischerboot in der Bucht von Mongonisi
Kleine Kirchen findet man überall auf Paxos.FKnorrige alte Olivenbäume auf Paxos.

Die Südeinfahrt des Hafens von Gaios auf Paxos

Ein paar Infos zu Gaios:

Von Gaios aus Gegenan – Nach Petriti…

Man kann nicht alles haben: Mit stärkerem Wind segeln, Gegenan kreuzen und viel Strecke machen.
Auf etwas wird man wohl verzichten müssen. So verschlug es uns heute wieder nach Petriti, obwohl wir eigentlich weiter in den Norden an die Festlandseite wollten…

Am Morgen um 10:00 Uhr war im Hafen von Gaios von den draussen herrschenden Verhältnissen nicht viel zu spüren, aber 20-25 Knoten Wind ist jetzt auch nichts was eine 38’er Bavaria nicht können sollte. Also los: Während die meisten anderen Boote anscheinend auf Paxos blieben und einen lustigen Landtag planten, trieb es uns gegen 11:00 Uhr hinaus, grobe Richtung Igoumenitsa und dann mal sehen…

Kaum aus dem Hafen, ging das Geschaukel auch schon los. Die Wellen waren nicht unangenehm, zwar recht ansehnlich aber gut fahrbar. Unser Kurs war „am Wind“, also etwas vorlicher als Halbwind und damit konnten wir mit einem Schlag fast die ganze Strecke vom Vortag in angenehmer Zeit zurücklegen.
Das Szenario änderte allerdings, als wir zunächst in die Abdeckung von Korfu kamen und der Wind einschlief.

Aufkreuzen zwischen Paxos und KorfuDas war zu erwarten gewesen, so das uns der Motor bis hinter das Kap Asprokavos in den Kanal zwischen Korfu und dem Festland schieben musste.
Bei der vorherrschenden Windrichtung um Nord, Nord-West bildete sich in diesem Kanal eine Winddüse mit gegen das Festland zunehmendem Wind und kurzen, steilen sich brechenden Wellen die für unsere Bavaria nicht mehr so einfach hoch am Wind zu nehmen waren. Je näher wir dem Festland kamen, desto schlechter war das vorankommen, desto tiefer mussten wir laufen.

Auf dem folgenden Plot kann man schön sehen, wie wir uns beim hochkreuzen zwischen Korfu und dem Festland immer mehr an der Küste von Korfu orientieren und den Seeraum nach Osten hin meiden. Gleichzeitig kann man, wenn man die östlichen Wendepunkte verbindet schön die Windrichtung und den durch die resultierende Abdeckung entstandenen „Komfortbereich“ sehen in dem das Aufkreuzen noch einigermassen gut möglich war:

Gegen den Wind und die Welle segeln

Als wir endlich das Kap Lefkimi runden konnten, fiel unsere Wahl für den Hafen der Nacht auf das nahegelegene Petriti. Den Plan mit dem Festlandshafen liessen wir nicht des Windes wegen fallen: Während sich auf Korfu ein toller Sonnenuntergang abzeichnete, tobte auf dem Festland fast ein Unwetter mit mächtigen Regenschauern und Böen. Petriti wurde von uns schliesslich nach fast neun Stunden erreicht, der Hafen war zwar belegt aber auch mit ein paar Böen kann man ankern.

Wie vom Windguru vorausgesagt legte sich der Wind am frühen Abend, so dass wir schlussendlich sogar ohne Schwell ganz sanft in den Schlaf geschaukelt wurden. Tagesweg: 29 Seemeilen.

An das nördliche Ende von Korfu, nach Kalami

Das Tagesgang-Wetter hatte uns wieder. Flaute am Morgen und moderate Segelwinde ab Mittag. Also erst mal gemütlich Frühstücken und das Schiff klar machen. Um 12:00 Uhr schliesslich hiess es endlich: Anker auf, grobe Richtung Nord-Ost…
Thomas Place in Kalami auf Korfu
Langsam „hangelten“ wir uns mit wechselnden Segelwinden in den Norden hinauf, an Korfu Stadt vorbei bis kurz vor die Albanische Grenze. Ein toller Segeltag, während dem wir viel von der Küste sahen und das wechselnde Licht einige schöne Momente bereit hielt. Die Stunden flogen nur so dahin, bis wir dann in der Meerenge zwischen Korfu und Albanien in der Bucht von Kalami gegen 19:00 Uhr vor Anker gingen. Das dortige Buchtenrestaurant „Thomas’s Place“ ist übrigens durchaus zu empfehlen, tolle Lage und recht gutes Essen – Vom gratis WLAN an der Bar gar nicht zu sprechen.

Man ankert in der Bucht von Kalami recht ruhig, aber auf einer Tiefe von 7-10 Metern bis kurz vor dem Ufer. Der Ankergrund hält mittelmässig, wir mussten mehrere Male den Anker einfahren bis ich zufrieden den Ankerschluck geniessen konnte.

Morgens um 09:00 Uhr dann Besuch von der griechischen Küstenwache:
Der Mindestabstand für ankernde Boote zum Ufer beträgt 200 Meter – Wir waren wohl, wie die meisten anderen Yachten in der Bucht auch, etwas zu nah dran. Also Anker auf und etwas weiter entfernt nochmal neu setzen. Auch auf 15 Meter Tiefe kann man noch ankern, wenn man 60 Meter Kette in den Teich wirft.

Morgens gibt es in der Bucht übrigens recht viel Schwell durch Motorbootfahrer und Beach-Taxis.

Albanien, ganz grafisch in tiefstehender Sonne...Unser Wecker am Freitag Morgen.

Erkennt man das Handyfoto? 😉 – Tagesweg: 32 Meilen.

Im äussersten Nord-Osten gibt es einige schöne Ankerbuchten, wir wählten diejenige mit den zum Zeitpunkt der Ankerplatzsuche wenigsten Masten, geeignet sind aber alle 4: Agni, Kalami, Kouloura und etwas weiter im Norden Ormos Ayos Stephanos.

Zurück in die Marina Gouvia – Nach dem Törn ist vor dem Törn.

Ein Blick auf die Küste von KorfuNach dem Frühstück ging also der Anker auf für die letzte Etappe unseres Urlaubs-Geniesser-Segel-Törns vor Korfus Küsten.

Der letzte Törntag ist immer etwas besonderes: Immer mit einem Auge auf der Uhr, den Horizont nach der Charterboot-Flotte im Auge. Wir waren früh genug zum entspannten Tanken im Hafen, aber doch so spät dass es schlussendlich noch für 8 Seemeilen gemütliches dümpeln in der Bucht von Gouvia langte. Wind gab es natürlich erst wieder zum Anlegemanöver im Hafen, aber das kennen wir ja schon aus unseren früheren Segelabenteuern.

Um 18:00 Uhr war das Boot übergeben, ein Kompliment an die Crew von Kiriacoulis: Sehr speditiv, professionell und fair. Da wir unsere Kaution durch eine Ablasszahlung ersetzt hatten, ging das Checkout auch wirklich fix von statten.

Den Abend nutzten wir noch für eine Besichtigung von Korfu Stadt.
Und dabei entdeckten wir das, wonach wir eigentlich die ganze Zeit gesucht hatten: Eine ursprüngliche Griechische Taverne, mit einheimischen Gästen und kaum Anspruch daran touristischen Gaumen gefallen zu müssen: Griechisches Essen so wie es sein soll: Würzig, lecker und etwas speziell. Wer Feta-Käse aus dem Backofen probieren möchte, ist in der Taverne „The Lantern“ bestens aufgehoben.

Die Taverne zur Laterne in Korfu Stadt.Der Wirt setzt sich schon mal mit an den Tisch und man philosophiert dann bei Retsina und lokalen Köstlichkeiten, die von der Frau des Wirtes frisch zubereitet werden, über Gott und die Welt. Besuchstipp, wenn man Tavernen mag, die nicht so aussehen also ob…

Hier finden Sie zur „Laterne“ in der Nähe der Synagoge von Korfu: http://goo.gl/maps/7gtho – Tel.: 2661102083 oder 6946 835910, dem Wirt einen Gruss von uns 😉

Korfu Stadt ist eine durchaus sehenswerte Stadt mit toller Altstadt, die aber auch entsprechend von Touristen geflutet ist.
Ein Souvenirstand jagt den nächsten und ein Restaurant reiht sich an das andere. Schlepper überall…
Aber plötzlich reisst es ab, der Tourismusbezirk und der „normale“ Wohnbereich der Stadt liegen dich beieinander – Toll, denn schlagartig verändert sich alles, die aufdringlichen Geschäfte sind weg und fast fühlt man sich wie in der Altstadt von Neapel. Hohe Häuser, Wäscheleinen zwischen den Wohnungen und diskutierende Menschen in den Gassen.

Fazit: Empfehlenswert, neben den Hauptrouten sogar richtig schön!

Am nächsten Morgen flogen wir schon um 07:55 wieder zurück nach Basel – Aber für mich ist klar: Das Ionische Meer hat mich nicht das letzte Mal gesehen!

Das Segelrevier Ionisches Meer / Korfu

Leider hatten wir nur eine Woche Zeit, dieses wirklich schöne Revier zu erkunden.
Aber nach dem Törn ist ja bekanntlich vor dem Törn und da vor allem die südlichen Ionischen Inseln noch entdeckt werden wollen, sehe ich uns schon bald wieder dort segeln.

Das Revier erscheint mir wirklich für Charter-Skipper geeignet, die ihre ersten Schritte in der Führung eines Bootes und der Crew ausprobieren wollen.
In der Regel gibt es Tagesgangwetter, mit Flaute bis zum späten Nachmittag und danach einsetzenden Segelwinden zwischen 2 und 4 Beaufort aus Nordwestlichen Richtungen. Die Chancen auf Starkwind sind gering, wir hatten das Glück im laufe unseres Korfu-Törns einen Frontendurchgang zu erwischen, der uns zwei Tage lang einen schönen 4-6 BF Segelwind bescherte. Das ist aber anscheinend für dieses Revier nicht typisch.

Festgemacht wird überall mit dem Anker und Heckleinen zur Pier, halt römisch-katholisch. Das erfordert etwas Übung und man sollte bei der Durchführung der Manöver nicht schauen, wie es die andern machen sondern einen eigenen Plan haben. Nachts auf Drift gehen, weil man das Ankermanöver schlampig gefahren hat, ist nicht lustig – Diesen Spass überlassen wir lieber gern den anderen …

An Ankerbuchten und schönen Stränden, kleinen Häfen und lauschigen Tavernen besteht kein Mangel. Man sollte einfach etwas auf den Stand des Wassertanks achten, denn eine ausgebaute Infrastruktur gibt es fast nicht. Wasser zu bunkern erfordert mitunter etwas Suche nach dem Tankwagen, wir kamen mit unseren beiden Tanks aber ganz gut hin.

Gechartert haben wir diesmal über die deutsche Charteragentur „So-Long-Yachting“. Das Team unterstützt sehr aktiv bei der Auswahl des geeigneten Bootes und antwortet auf Anfragen sehr schnell. Man wird sogar schnell zurückgerufen, das machte mir Eindruck! Die Vertragsabwicklung ist unkompliziert und speditiv. Es gab sogar einen Sicherungsschein für den Charter – Was will man mehr? Ich denke, wir haben unsere Charteragentur für die nächsten Törns gefunden.

By the way: Wenn Sie nachts an Bord Ihres Bootes komische knackende Geräusche hören und Ihnen der Skipper weismachen will, dass das die schleichende Boots-Osmose ist: Glauben Sie ihm kein Wort
Die Lösung für die Geräusche sind kleine Garnelen im Hafenbecken, die mit einer Art biologischer Pistole auf die Jagd gehen und so ihre Beutetiere betäuben…

Wie immer freue ich mich auf Ihr Feedback und Ihre Meinungen oder Erfahrungen, auch zum Segeln im Ionischen Meer.
Bitte, schreiben Sie mir wenn ich etwas falsch wiedergegeben habe, Sie anderer Meinung sind oder ich etwas vergessen habe zu erwähnen! Ich freue mich darüber sehr.

Und wenn Sie selbst einmal dort – oder auch ganz woanders segeln: Immer eine Handbreit Wasser unter Ihrem Kiel!

Alle Fotos in diesem Artikel sind, soweit nicht im Text anders deklariert, von mir auf dem hier beschriebenen Segel-Törn vor Korfu fotografiert und unterliegen meinem Copyright.

Da ich weiss, wie gern Fotos “geklaut” werden, hier die Bedingungen dafür, wenn Du eines oder mehrere Fotos verwenden möchtest – Gut lesen!:

Die Fotos aus diesem Artikel dürfen von Ihnen unter Anerkennung der Creative-Commons Lizenz “CC BY-SA 3.0 DE verwendet werden. Die geforderte Namensnennung ist dabei wie folgt zu übernehmen und auf dem Dokument, auf dem das Foto / die Fotos verwendet wird / werden anzubringen:

Foto: Uwe Bechmann, <a href=“https://www.segelrevier.ch/hochsee/segeln-im-ionischen-meer-ein-segeltoern-vor-korfu/“>Bericht Segeltörn Korfu 2013</a>

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7 Antworten auf “Segeln im Ionischen Meer: Ein Segeltörn vor Korfu.”

  1. 8. Juli 2013 at 10:06 #

    Hallo Herr Bechmann,

    das ist ja wirklich ein gelungener Törn gewesen. Der Bericht ist sehr informativ und sehr gut geeignet zur Törnvorbereitung für einen Törn ins Ionische Meer. Wir werden gern bei Charteranfragen nach Corfu auf Ihren Bericht verweisen.

    Im Herbst sind wir ja selbst wieder dort unterwegs mit unserem 15. Blue Horizon Cup -http://www.solong.de/regatta/blue-horizon-cup. Für eine Teilnahmegebühr von 380 Euro kann man vom 5.10. – 12.10.2013 eine Woche Regatta segeln. Ausgangshafen ist Gouvia und Gaios auf Paxos ist natürlich auch wieder dabei.

    Vielen Dank auch für Ihre positive Bewertung unserer Abwicklung für Ihre Charter. Für uns ist ein Kunden-Feedback zur Reisevorbereitung, sowie über den Service am Stützpunkt und über die Technik der Yacht sehr wichtig.

    Wir sind dann auf stand by und erwarten gern Ihre Anfrage für die nächste Charter, die wir natürlich auch gern wieder für Sie organisieren würden.

    so long …
    Hans-Joachim Goergens

    SO LONG Yachting
    Holstenkamp 54, DE – 22525 Hamburg
    Tel.: +49 (0)40 21 15 71, Fax: +49 (0)40 21 60 84, Mobil: +49 (0)172 422 14 85
    Internet: http://www.so-long-yachting.de, E-mail: info@so-long-yachting.de

  2. 11. September 2013 at 07:27 #

    Hallo,
    vielen Dank für den ausführlichen und spannenden Bericht, welchen wir mit genuss gelesen haben.
    Aktuell sind auch wir seit fast zwei Monaten auf Segeltörn im ionischen Meer unterwegs und berichten auf http://www.genuss-segeln.de von Land, Leuten,Meerungeheuern ( nein, die haben wir dann doch nicht gesehen) und CO.
    Wir wünschen Ihnen noch viel Erfolg.
    Beste Grüße,
    die genuss-segler crew

  3. Ralf Baars
    17. September 2013 at 10:02 #

    Hallo Uwe,

    der beschriebene Segeltörn macht Lust auf mehr ! Toll beschrieben mit vielen Informationen,
    die helfen das Revier auf eigenem Kiel kennenzulernen.

    Beste Grüsse
    Ralf

  4. Johann Altmann
    28. Februar 2015 at 13:02 #

    Hallo Uwe,

    mit diesem Törn-Bericht läßt sich wirklich was anfangen. Werde ihn zur Planung unseres anstehenden Törns im Ionischen Meer verwenden.

    Grüße aus Berlin
    Johann

  5. 12. Juli 2016 at 20:00 #

    Danke für diesen tollen Bericht – die Tipps sind klasse! Wir sind nun schon einige Zeit auf Korfu und man merkt, dass es Dir hier gefallen hat! Grüße aus der Korfu! Jessica

  6. 4. Oktober 2016 at 17:20 #

    Hallo Uwe,
    da hast Du wirklich einen sehr umfangreichen und gut strukturierten Törnbericht erstellt. Hut ab!

    Solche Berichte würde ich mir von allen neu zu bereisenden Revieren wünschen…

    Vielleicht sehen wir uns ja mal wo am Wasser,
    bis dahin wünsche ich Dir,
    fair winds and following seas!

  7. Edo
    14. November 2016 at 02:10 #

    Hallo Uwe,
    Sehr schön und übersichtlich beschrieben mit nachvollziehbaren und hilfreichen tipps und guten links.
    Eine echte Hilfe,
    vielen Dank!

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