SRC – Prüfung: So läuft sie beim BAKOM ab.

Wenn Sie mit dem Erwerb eines „Funkscheins“ für Ihre Törns auf dem Meer liebäugeln oder diesen bereits als Ziel festgelegt haben, finden Sie im Folgenden den Erfahrungsbericht über meine Prüfung vor der Prüfungskommision des BAKOM zur Erlangung des SRC, dem „beschränkt gültigen Betriebszeugnisses für die Sportschifffahrt, Short Range Certificate“.

Nach dem Lesen des Berichts sollten Sie auch noch die zahl- und hilfreichen Leserkommentare zu beachten, da diese weitere wertvolle Tipps und Hinweise rund um die SRC / LRC Funkprüfung enthalten. Vielen Dank dafür an meine Leser und Leserinnen!

SRC-Schein erforderlich: Der Skipper-Platz einer Charteryacht in KroatienDas SRC, oder auch „kleine Seefunkzeugnis“, ist meiner Meinung nach eine Grundvoraussetzung für (angehende) Skipper auf hoher See, also für jeden „B-Schein“-Inhaber in der Schweiz. Denn in absehbarer Zeit wird man wohl kaum noch irgendwo ein Schiff auf dem Meer chartern können, ohne diesen (über-)lebensnotwendigen Fachkundenachweis vorlegen zu können.

Ob die einzelnen Staaten nun soweit gehen, wie Deutschland, wo der Skipper immer auch grundsätzlich eine SRC-Lizenz vorzulegen hat oder ob es genügt, das ein Crew-Mitglied die Funkanlage bedienen kann: Es gehört meiner Meinung nach zu guter Seemannschaft, alle an Bord befindlichen Rettungsmittel im Notfall fachgerecht einsetzen zu können um eine eventuelle Gefahr für Mannschaft und Boot so gering wie möglich zu halten!

Ich entschied mich aus praktischen Gründen für das SRC, denn die „grosse“ Variante, das Long-Range-Certificate ist zwar nur mit einer kleinen Zusatzprüfung zu erreichen, für die Bord-Praxis aber weitgehend irrelevant.
Da ich derzeit keine Atlantik-Überquerung plane, kommt Funkverkehr auf Grenzwelle und Kurzwelle für mich auch auf Dauer eher nicht in Betracht, wobei das SRC den gesamten in der Bordpraxis notwendigen Funkverkehr abdeckt.

Hier möchte ich zunächst mal darüber berichten, wie eine solche Prüfung beim Bakom überhaupt abläuft und welche Bereiche effektiv abgefragt werden.

Nach der Anmeldung zur Prüfung beim BAKOM per Post unter Nennung des Wunschtermins für die Prüfung, erhält man ca. zwei Wochen vor der SRC-Prüfung eine Prüfungseinladung mit einigen Beilagen, darunter neben dem obligatorischen Einzahlungsschein auch eine aktuelle Prüfungsordnung.

Die SRC – Prüfungen finden in den Räumen des BAKOM in Biel statt. Das Gebäude der BAKOM ist in der Zukunftsstrasse, ganz in der Nähe des SBB-Bahnhofes.
In der Regel beginnt eine SRC-Prüfung mit der zwanzig minütigen praktischen Prüfung. In der praktischen Prüfung werden gründliche Kenntnisse in der Bedienung eines UKW-Seefunkgerätes sowie des DSC-Controllers verlangt.

Praktisch sieht das so aus, dass man einen individuellen Termin zur praktischen SRC-Prüfung bekommt und dann von einem Prüfer in einen Raum geführt wird. Dort wartet ein zweiter Experte, der der praktischen Prüfung beiwohnt. Die Prüfung selbst findet an einem (Windows) PC statt, auf dem ein Simulationsprogramm eines UKW-Seefunkgerätes mit DSC Controller läuft. Das zu simulierende Gerät kann vor Beginn der Prüfung ausgewählt werden. Wenn Sie Ihre Proüfungvorbereitung also auf z.B. einem Simrad-DSC Simulator erledigt haben, können Sie auf diesem Gerät auch die Prüfung ablegen.

Neben dem Bildschirm sind zwei Pappuhren befestigt, die jeweils die Bordzeit und die Zeit eines Ereignisses anzeigen. Ob es sich dabei um „Schweizer-Zeit“ oder UTC handelt, ergibt sich aus der Prüfungsaufgabe.

Zuerst muss man das Gerät aber korrekt einstellen und in Betriebsbereitschaft versetzen. Dabei wurde mir eine „kleine Falle“ gestellt und die Rauschsperre bis zum Anschlag aufgedreht. Mein Vorgehen, vor dem Einschalten des Gerätes alle variablen Bedienelemente in den Grundzustand zu versetzen, also „alles auf Null“, verhinderte, dass ich in diese Falle tappte. Vorteilhaft ist es auch, „laut zu denken“, denn so können die Prüfungsexperten nachvollziehen, welche Schritte in welcher Reihenfolge unternommen werden. Vorteilhaft bei Unklarheiten!

Nach der ordnungsgemässen Grundeinstellung, also Lautstärke, Rauschsperre und 1W Sendeleistung, wurde bei mir die Simulation eines Routine-Calls zu einer Marina zur Abfrage eines freien Liegeplatzes ohne DSC getestet.
Dabei ist die korrekte Wahl des Arbeitskanals und das Verwenden des Dual-Watch Features des Funkgerätes wichtig. Der Anruf selbst muss in Forum und Reihenfolge korrekt sein.
Achtung: In einigen SRC-Unterlagen wird bei diesem Beispiel die Meldung in den Anruf eingebaut. Korrekt ist laut Experte erst der Anruf, dann die Bestätigung duch die angerufene Station  und dann die Meldung.

Nach dem Routinecall musste ich einen Dringlichkeitsruf (PAN PAN) mit DSC an ALL STATIONS absetzen. Dazu musste ich eine Aufgabe ziehen und die auf dem Blatt angegebenen Daten zum Notfall analysieren (PAN PAN oder MAYDAY?), die korrekte Entscheidung treffen und speziell darauf achten, das die angegebene Zeit des Notfalls in Schweizer Zeit angegeben war. Also eine Umrechnung in UTC zu erfolgen hatte. Wichtig war auch hier, neben dem fehlerfreien Absetzen des DSC-Anrufs, das formal-korrekte Einhalten der Anruf- und Meldungsstruktur im folgenden Radiotelefonieteil.

Die dritte und letzte Einheit der praktischen Prüfung zum SRC war ein Notruf. Dabei wurden mir einige Fallen gestellt, so waren z.B. Zeitpunkt und Postition des Notfalls unterschiedlich zur aktuellen Bootsposition. Es wurde also das formal korrekte Einstellen des DSC-Controllers überprüft. Nach dem absetzen des DISTRESS in der richtigen Klassifizierung (FIRE) musste noch der korrekte Notanruf und die richtige Notmeldung in Radiotelefonie abgesetzt werden.

Die praktische Prüfung zum SRC ist der Prüfungsteil mit der höchsten Durchfallrate. In diesem Teil muss man sich flexibel auf Situationen einstellen und erlerntes korrekt und angemessen umsetzen. Reines lernen nutzt hier wenig. Ich lernte meine praktische Prüfung mit einem Simulator, der auch Tutorials und Aufgaben bot, zuhause am PC. Später an der Prüfung stellten sich keine wirklichen Probleme, von der Prüfungsangst mal abgesehen.

Nach der praktischen SRC-Prüfung gibt, bis alle Prüflinge durch die Praxis durch sind, eine Pause.

Die theoretische Prüfung dauert auf dem Papier 1,5 Stunden und umfasst drei Teile à 30 Minuten, von denen zwei im Multiple-Choice Verfahren getestet werden. Das Multiple-Choice ist ziemlich simpel, es ist immer nur eine Antwort aus vier Möglichkeiten richtig. Dafür ist der Stoff relativ umfangreich und bedingt eine durchaus seriöse Vorbereitung:

Die theoretische SRC-Prüfung umfasst die folgenden Gebiete:

  • Reglemente und Bestimmungen. (Multiple Choice)
    Darunter fallen so spannende Sachen wie Genehmigungsverfahren, Konzessionen u.s.w.
    Dieser Teil der Prüfung wird Beamten sicher einfacher fallen, der Rest muss halt das Denken ausschalten und einfach lernen…
  • GMDSS-Verfahren und Systeme. (Multiple Choice)
    Wie funktioniert was, welche Systeme dürfen wir benutzen u.s.w.
  • Aufgabe und Annahme von GMDSS Meldungen.
    Dahinter verbrigt sich ein doppelseitiges DIN-A4 Blatt mit jeweils 4 Teilaufgaben. Auf der einen Seite müssen Meldungen von Deutsch nach Englisch übersetzt werden, auf der anderen Seite von Englisch nach Deutsch.

Bei den Übersetzungsaufgaben kommen spezielle Vokabeln zum Einsatz, die im Seefunkverkehr verwendet werden um eine bessere Verständigung zu ermöglichen. Diese Vokabeln sollten unbedingt vor der Prüfung gelernt werden. Dann ist auch dieser Prüfungsteil kein Problem.

Zur Prüfungsvorbereitung SRC habe ich das Programm „Funkzeugnis Seefunk SRC“ genutzt.

Dieses Simulationsprogramm deckt das gesamte Prüfungsverfahren ab, jeder Teil wird sehr gut und transparent dargestellt und eine gute Lernkontrolle ist gegeben.
Für mich wichtig: Es werden keine sonstigen Unterlagen oder Theoriekurse benötigt: Das Lernprogramm deckt alle geprüften Bereiche in einer Tiefe ab, die zum Bestehen der SRC-Prüfung befähigt. Die Theoriefragen entsprechen den Original-Bakom Fragen zu mehr als 90%, wer die Übungsprüfungen besteht, hat auch beim Bakom keine Probleme!

Ich empfehle daher, auch des Preises wegen, zur Prüfungsvorbereitung daheim das Programm „Funkzeugnis Seefunk SRC“ von Frederiksen. Man spart gegenüber des Funkkurses locker ein paar hundert Franken und ist für die Prüfung später keinen Deut schlechter vorbereitet.

Wichtige Dokumente, die Sie kennen sollten, finden Sie auch immer aktuell auf der entsprechenden Seite des BAKOM.
Insbesondere die PDF-Dateien zu bezüglich GMDSS und Not- Dringlichkeits und Sicherheitsverfahren sind Prüfungsrelevant und eine sehr gute Gedankenstütze.

Sollten Sie noch Fragen an mich bezüglich der SRC-Prüfung haben, können Sie z.B. das unten folgende Formular verwenden. Ich freue mich über Rückmeldungen und Wünsche Ihrerseits.

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76 Antworten auf “SRC – Prüfung: So läuft sie beim BAKOM ab.”

  1. Rainer
    4. Mai 2019 at 10:04 #

    Hallo miteinander

    Habe gerade erfolgreich die SRC Prüfung absolviert. Vielen Dank für alle Ratschläge im Artikel und in den Kommentaren, das war sehr hilfreich.

    Die Prüfung lief wie beschrieben ab – wohlwollende, faire Experten bei der praktischen Prüfung und insgesamt eine gute Atmosphäre.

    Ich habe nur mit der BoatDriver Software gelernt und war gut vorbereitet. Einzig der Teil mit den Ankreuz-Fragen war recht herausfordernd, da rund 50% der Fragen von den gelernten Fragen der Software abwichen (manchmal nur in den Formulierungen, manchmal ganz neue Themen). Also auf jeden Fall nicht nur die vorgegebenen Fragen lernen, sondern den Lernstoff gründlich durchgehen. Dann ist es gut machbar.

    Viel Erfolg allen zukünftigen Prüflingen und herzlichen Dank an Uwe für diese hilfreiche Webseite (auch die anderen Themen habe ich mit Gewinn gelesen auf meinen Weg zum Hochseeschein)

    Rainer

    • 4. Mai 2019 at 15:16 #

      Hallo Rainer,

      Vielen Dank für Deine Rückmeldung und herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung.

      Viele Grüsse

      Uwe

  2. Dan
    4. Dezember 2018 at 10:33 #

    Ahoi zäme!
    Meine Erfahrung mit der LRC Software von Boatdriver ist etwas gemischt.
    Da ist schon viel drin und auch gut gemacht aber ziemlich verwirrend, bis man das Ganze durchblickt da übt man schon ein paar Abende, besonders für die Praktische Prüfung.

    Die Aufgaben sind gut, aber es gibt keine Lösungen gleich dazu.
    Da muss man wieder zum Theorie Teil wieder retour, LRC genau das Gleiche, fehlt auch wie man die KW Frequenzen & Squelch einstellt in einem Beispiel.

    Bei der Praktischen Prüfung wo die Meisten durchfliegen, ist das ein wichtiger Punkt.

    Im «Gesammeltes Wissen über den Seefunkdienst» von der Bakom ist viel zu viel drin, aber die Seefunktexte sind gut, wie auch hier gut erklärt http://www.maricom.de/smcp/slrfutxt/slrtxt-a.htm oder das «Seefahrtsstandardvokabuklar» und die «Abkürzungen, Begriffe und Erklärungen» sind auch sehr viel ausführlicher.

    Mein Fazit: für die Theorie ist es gut, aber für die Praktischen Übungen noch viel verbesserungswürdig, da musste ich auf Videos im Netz mich vergewissern, wie z.B. der Channel von der https://www.youtube.com/channel/UC-QXsiOc5NCaiEjFJxrjYow oder https://www.youtube.com/channel/UCQSs0UDOyl84nqXVbnmWGNQ/ videos um Sattelfest zu werden.

    Wenn ich es nochmals machen müsste, dann ein Kurs buchen, mit echten Funkgeräten und Tipps vom Experten.

    Gruss Dan

    • 4. Dezember 2018 at 10:34 #

      Ahoi Dan,

      vielen Dank für diesen tollen Input – insbesondere die Videochannels sind wirklich empfehlenswert und bieten wertvolle Unterstützung.

      Viele Grüsse
      Uwe

  3. Franziska
    2. Mai 2018 at 23:52 #

    Hallo zusammen

    Ich habe eine ganz konkrete Frage: Wie lässt sich bei Aufgabe 13 der BoatDriver-Lern-CD die Zeit angeben wenn die Position nicht klar ist und somit nicht eingegeben werden kann. Die Möglichkeit, die Zeitangabe zu erfassen (welche ja jeweils nach Eingabe der Position folgt) erscheint bei mir dann gar nicht mehr. Ich verwende die Simulation des Geräts ICOM IC-M505. Besten Dank für eure rasche Rückmeldung. Die Prüfung naht 😉

    Liebe Grüsse, Franziska

  4. Matthias
    25. April 2018 at 09:33 #

    Hallo allerseits

    Habe kürzlich auch die Prüfung zum SRC erfolgreich absolviert. Gelernt habe ich mit dem Lernprogramm von Boatdriver, welches mir im ganzen gesehen einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Widersprechen muss ich allerdings (zumindest für meinen Teil) den Aussagen, dass die Prüfungsvorbereitung allein mit dieser Software gemacht werden kann oder sollte. Denn diese bietet doch schon so einige Fehler, die sich an der Prüfung negativ auswirken können:

    1. Der Abschnitt mit dem Registrierungsprozess von EPIRB ist veraltet und entspricht nicht mehr der aktuellen Weisung des BAKOM. Wurde auch prompt an der Prüfung behandelt. Hätte ich mich in der Vorbereitung nur auf das Boatdriver-Programm gestützt und mich nicht entsprechend in den aktuellen BAKOM-Unterlagen informiert, wär ich da komplett falsch gelegen.

    2. Bei einem Routine-Funkgespräch wird es verlangt, dass jede Meldung mit dem Namen der gerufenen Funkstelle und der Rufenden Funkstelle (also Yacht … this is….) eingeleitet wird. In den Beispielen von Boatdriver wird dies anders vermittelt.

    3. Das Vokabular ist etwas zu knapp geraten. Wer also der englischen Sprache nicht zu 100%mächtig ist, fährt gut damit, sich im Voraus einige Gedanken zu machen, was auf See (vor allem i.S. Routineverkehr) so gefunkt wird und sich dementsprechend einige Übersetzungen vorher zurecht legen.

    4. Die Übungsaufgaben im Simulator sind nicht alle zu 100 % korrekt was die Wortwahl in den Funksprüchen angeht. So wird zum Beispiel in einer Aufgabe als richtige Lösung nach einer DSC-Dringlichkeitsmeldung die MMSI im Funkspruch weggelassen, was schlicht falsch ist.

    Deshalb kann ich allen, die dieses im ganzen gesehen hilfreiche Programm nutzen nur raten, sich auch anderweitig auf die Prüfung vorzubereiten. Insbesondere die Richtlinie „Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverfahren im Seefunkdienst“ des BAKOM (online verfügbar) ist eine sehr gute Vorbereitung und beinhaltet genau das, was die Experten an der Prüfung hören wolle. Lernt man entsprechend dieser Richtlinie, so ist auch die Praktische Prüfung, wie in meinem Falle kein Problem. Wichtig ist einfach, ruhig zu bleiben und die Aufgabe nicht zu hastig absolvieren zu wollen. Im ganzen gesehen mit etwas Lernaufwand eine gut zu absolvierende Prüfung. Ein Vorbereitungskurs ist meiner Meinung nach nicht notwendig.

    Viel Glück den nächsten Absolventen!

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