Hochpreis-Insel Schweiz: So kann man als Schweizer Segler sparen.

Preis-Abzocke an Schweizer Seglern?Das die Schweiz ein im Vergleich zum europäischen Umland relativ teures Pflaster ist, sollte sich ja so langsam herumgesprochen haben. Aber manchmal muss man sich fragen, ob die Preisunterschiede die man als Segler in der Schweiz zu zahlen hat, noch irgendwo realistisch zu rechtfertigen sind!

Ich möchte dazu ein kurzes Beispiel bringen:
Im April erhielten wir als Bootsteam der Sailcom ein neues Boot als Ersatz für die etwas in die Jahre gekommene Trident 80, Mistral, in Neuenburg zur Betreuung. Natürlich möchte man den späteren Nutzern des werftneuen Bootes gerne auch entsprechend hochwertiges, neues Material zur Verfügung stellen und so entschlossen wir uns nach einem neuen Spirituskocher der Marke Origo Ausschau zu halten.

In der Hoffnung, dass durch den Markteintritt eines grossen deutschen Bootsbedarfs-Anbieters in Zürich etwas Bewegung in den Markt gekommen wäre, schauten wir auf der Schweizer Webseite dieses Händlers nach dem Origo-Kocher. Ernüchtert mussten wir feststellen, dass – wie so oft in der Schweiz – in diesem Bereich der Markt irgendwie nicht so spielen möchte, wie sich das die Theoretiker vorstellen.

Eine kleine Internet-Recherche am 21.05.2012 bei den beiden grossen in der Schweiz bekannten Bootsbedarfs-Versendern bestätigt, dass die Angebote „ennet der Grenze“ beim selben Versender deutlich günstiger zu haben sind.

ArtikelAnbieter A (CH)Anbieter A (DE)Anbieter B (CH)Anbieter B (DE)
Kocher Origo 1500Fr. 274.95EUR 89.99Fr. 199.90EUR 139.95
Portable DometicFr. 169.95EUR 109.99Fr. 159.90EUR 99.95
VC 17 – GrauFr. 64.95EUR 39.99Fr. 79.90EUR 39.95

Nun könnte man ja auf die Idee kommen, einfach auf der jeweilig günstigeren Länderhomepage zu bestellen. Aber weit gefehlt: Entweder kann man als Lieferort die Schweiz gar nicht angeben oder man wird bereits beim Aufrufen des jeweiligen Shops darauf hingewiesen, dass man sich das zwar angucken kann, aber nichts geliefert bekommen wird.

Die teilweise krassen und meines Erachtens willkürlich erscheinenden Preisunterschiede kann man also entweder nur unterlaufen in dem man eine Lieferadresse in Deutschland angibt oder bei einem alternativen Versender bestellt, von denen es in Deutschland eine ganze Menge gibt.

Gute Erfahrungen habe ich mit der Variante des Bekannten in Deutschland gemacht, der das Paket umetikettiert und dann via deutsche Post oder DHL in die Schweiz nachschickt. Das kostet je nach Paketgrösse zwar Versandgebühren und Zoll, unter dem Strich resultiert aber meist ein grosses Plus. Die Garantie kann man im Notfall, wenn sich der CH-Ableger sperren sollte, immer noch über den Bekannten in Deutschland regeln. In meinem Bekanntenkreis gibt es kaum jemanden, der nicht irgendwie Verwandtschaft oder Bekanntschaft auf der anderen Seite des Rheins hätte. Warum also nicht alte Kanäle reaktivieren?

Wer seinen Verwandten oder Bekannten nicht mit Päckchenschieberei beauftragen möchte, kann auch auf alternative Versender zurückgreifen.
Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit dem „Segelladen“ gemacht: Unter www.segelladen.de finden Sie eine reichhaltige Auswahl, nur halt nicht immer so preiswert wie bei den Platzhirschen. Spitz rechnen lohnt sich aber auch dort.

Ein weiterer Tipp in Deutschland ist die Baumarktkette „Bauhaus“. Viele Filiale in Deutschland haben analog zur „Auto-Strasse“ oder „Werkzeug-Strasse“ eine „Nautic-Strasse“ mit sehr preiswerten und guten Angeboten zum Mitnehmen. Die derzeit nächste Nautic-Filiale finden Sie in Singen am Bodensee. Mehr Infos mit Produkten und Preisen gibt es unter http://www.bauhaus.info/fachcentren/nautic

Den Origo Kocher gibt es übrigens auch direkt und relativ preiswert bei Internet-Buchhändler Amazon: Spiritus-Kocher Origo 1500 bei Amazon.de »

Das es übrigens auch anders geht, beweist ausgerechnet der nicht als Discounter bekannte Anbieter Apple.
Ein iPad der neuesten Generation im Vollausbau kostet in Deutschland im Online-Store derzeit 799,00 Euro, also ca. 960,00 Franken. Im Schweizer Onlineshop verlangt Apple dafür 859,00 Franken und ist damit günstiger als beim Einkauf in Deutschland. Hier wird Währung und Mehrwertsteuer anscheinend korrekt aus dem Gerätepreis gerechnet. Es geht also anscheinend doch, und Apple unterhält auch Ladenlokale in der Schweiz – Hat damit also „hohe Lohn- und Mietkosten“, das beliebte Argument für hohe Preise…

Haben Sie weitere Ideen zum Sparen beim Einkauf Ihres Bootsbedarfs?
Dann freue ich mich über Ihren Tipp, den Sie uns über das folgende Formular direkt zusenden können.


Illustration: © Schlierner – Fotolia.com

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Eine Antwort auf “Hochpreis-Insel Schweiz: So kann man als Schweizer Segler sparen.”

  1. Mike Rutishauser
    16. März 2013 at 13:54 #

    Hallo Uwe,
    als Schweizer seit 19 J. auf La Palma/canarias lebend, früher in aller Welt, vor Auswanderung
    hierher am Bodensee CH Seite. Es gibt u.a. einen Händler am D-Bodenseeufer
    Hr. Krafft, sailpoint.de, da kann man die Waren auch direkt bestellen oder noch besser ab-
    holen, am Konstanzerzoll abstempeln u. kriegt die 19% MwSt. zurück. Da bis Fr. 300.–
    täglich Mehrwert-Zollfrei eingeführt werden kann, muss man die 8% CH MwSt. nicht bezahlen.
    So haben wir es immer gemacht.
    Sind wir zu Besuch, wird es noch billiger: Als Transitgäste haben wir beim CH Zoll
    Fr. 5000.– frei!
    Mit freundlichen Grüssen
    Mike Rutishauser & Rosmarie Hanselmann
    E-38770 Tazacorte/Isla de La Palma/Canarias
    Tel/Fax 0034 922 464 576 & 0034 696 229 219

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