Chartern: Mit dem iPad auf Törn.

Das iPad an der Steuersäule einer SegelyachtDas iPad hat sich auf meinen bisherigen Törns als Navigationshilfe und Kommunikationszentrale für das Internet als ein unverzichtbares Hilfsmittel erwiesen.
Anders als daheim kann das iPad seine Vorteile voll ausspielen: Klein, transportabel und mit langer Batterielaufzeit ausgestattet ersetzt es das Notebook an Bord mittlerweile vollständig.

Ausgestattet mit WiFi und 3G-Netzwerk kann man mit diesem Gerät nicht nur völlig Ortsunabhängig auf die neuesten Wetterkarten und -vorhersagen zugreifen, sondern auch äusserst bequem seinen E-Mail Verkehr abwickeln oder schnell mal etwas im Internet rechcherchieren. Und auch für die Unterhaltung ist mit einem iPad bestens gesorgt: Die Musiksammlung sowie der eine oder andere Film für den langen Flug hat meist auch noch Platz im Speicher.

iPad auf dem Navigationstisch einer YachtBeim „Ich packe meinen Koffer“-Spiel vor einem Segeltörn liegt das iPad also mittlerweile recht weit oben. Aber dazu in einem folgenden Beitrag mehr. Heute möchte ich die auf meinem iPad installierten Applikationen, Neudeutsch „Apps“ genannt, vorstellen und Ihnen damit vielleicht die eine oder andere Anregung liefern.

Und falls Sie noch kein iPad haben, vielleicht weil Sie der Meinung sind, dass man so ein neumodisches Spielzeug nicht braucht, sollten Sie mal einen Blick auf eine Auktions-Plattform wie z.B. www.ricardo.ch (Für Schweizer) oder www.ebay.de (Für Deutsche) werfen.
Denn grade erst wurde das neue iPad vorgestellt, was zur Folge hat, dass sich die Preise für die Geräte der ersten Generation im freien Fall befinden. So kommt man schon recht preiswert an ein gut ausgestattetes iPad, das den Dienst an Bord noch Jahrelang ohne Probleme erledigen wird.

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass das gewählte Modell über einen 3G-Chip verfügt. Denn nur iPads mit diesem 3G-Modul haben GPS an Bord. iPads ohne 3G-Internet können somit ohne externen GPS-Empfänger (GPS-Maus etc.) keine korrekte Position plotten und das wäre doch irgendwie knapp am Ziel vorbei.

Einige weitere grundlegende Gedanken zum iPad und den verwendeten Apps finden Sie übrigens auch in meinem bereits etwas in die Jahre gekommenen, aber in den Grundzügen immer noch aktuellem Artikel: Mit dem iPad auf den Segel – Törn.

Nun möchte ich aber zu den von mir verwendeten Apps kommen.
Denn erst diese kleinen Helferlein machen das iPad an Bord der Segelyacht so richtig wertvoll.

Die drei besten Apps für das iPad auf dem Törn

Die folgenden Apps habe ich auf meinem iPad installiert – und komme damit aus:

  • Navionics Marine: Europe HD

    Screenshot von Navionics Europe HDDer ultimative Kartenplotter für das kleine Gepäck und den noch kleineren Geldbeutel!
    Auf meinen vorherigen Törns verwendete ich noch die Vorgängerversion, die relativ viel Speicherplatz verbrauchte weil bei Installation und Update der gesamte Kartensatz heruntergeladen und aktualisiert werden musste. In der neuen Version entfällt das: Man markiert sein geplantes Fahrtgebiet, lädt die entsprechenden Vektorkarten (!) herunter und los geht’s.

    Nebenbei besteht die Möglichkeit verschiedene Zusatzdaten abzurufen, etwa die Gezeiten oder vorherrschende Strömungen in einem Seegebiet. In der neuen Version ist der User-Content sehr schön integriert: Jeder Benutzer der App kann eigene Point of Interest anlegen und über das Internet anderen Nutzern zur Verfügung stellen. Das klappt sehr gut, in meinem Heimatrevier sind bereits sehr viele und vor allem aktuelle Informationen auf diese Art abrufbar.

    Der Preis ist äusserst attraktiv: Für nur Fr. 65.00 (Stand März 2012) verwandelt man sein iPad in einen veritablen Kartenplotter inkl. umfangreichem und aktuellem Kartenmaterial.

    Fazit für Navionics Marine – Europe HD: Unverzichtbar auf dem iPad!

    Hier geht’s direkt zum AppStore – Download »

  • Ship Finder HD

    Shipfinder HD ScreenshotFast ein wenig wie Radar. Nur bunter und informativer.!
    Shipfinder HD ist im Prinzip nichts anderes als ein Internet-basierter AIS Empfänger, der die Schiffe in der Nähe übersichtlich auf einer Google-Map darstellt und alle wichtigen Informationen rund um die dargestellten Schiffe anbietet.

    Das ganze ist allerdings von einer funktionierenden Internetverbindung abhängig, die während der Laufzeit des Apps ständigen Datentransfer hervorruft. Das kann unter Umständen kräftig ins Geld gehen: Wenn nämlich teuere Auslands-Datenverbindungen mit der heimischen SIM-Karte genutzt werden.

    Ausserdem ist die Abdeckung der von der App genutzten AIS-Empfänger noch nicht ganz vollständig, so dass es je nach Fahrtgebiet zu Lücken in der Darstellung kommen kann. Nicht zuletzt sollte erwähnt werden, dass die allermeisten Hobbyjachten kein AIS-Signal senden und man daher „nur“ die gewerbliche Schifffahrt dargestellt erhält.

    Das kann allerdings sehr, sehr nützlich sein. Denn neben dem Schiffsymbol zeigt der Ship Finder HD auch Geschwindikeit, Kurs und Fahrtziel der Schiffe an. Infos, die man mitunter brauchen kann.

    Der Preis ist wie bei Apps üblich im Bereich von ein bis zwei Hafenbier angesiedelt: Für nur Fr. 7.00 (Stand März 2012) kann man da eigentlich nicht viel falsch machen…

    Mein Fazit für den Ship Finder HD: Ganz witzig und manchmal sogar nützlich!

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  • Weather Pro HD

    Screenshot Weather Pro HDDa weiss der Skipper woher der Wind weht!
    Die Weather Pro App ist eine der auch neben dem Schiff für mich unverzichtbar gewordenen Apps. Recht zuverlässig und mit vielen Nebeninformationen wie Wassertemperaturkarten bietet diese App sehr viel Wetter für vergleichsweise wenig Geld.

    Allerdings ersetzt die App auf keinen Fall die genaue Information über das lokale Wetter an Bord und vor Ort. Wie bei allen Internet- und Modellbasierten Vorhersagen können mikroklimatische Ereignisse und lokale Besonderheiten nicht ausreichend vorhergesagt werden. Deswegen ist das Abhören vom lokalen Wetterbericht und / oder der Besuch beim Hafenmeister für mich immer noch zumindest ein Morgenritual vor dem Auslaufen.

    Aber für den grossen Überblick ist die Weather-Pro App unschlagbar. Mit animierten Wetterkarten, die grossräumige Druckverhältnisse darstellen und in vielen Gebieten mit Niederschlags- und Wolkenradar bietet die Weather-Pro App Daten an, die kein überteuertes SMS-Abo je bieten könnte.

    In der Grundversion sind die Daten etwas eingeschränkt, aber durchaus noch nützlich. Durch einen In-App Kauf können weitere Features freigeschaltet werden, wobei sich der Preis im Verhältnis zum Nutzen meiner Einschätzung nach im grünen Bereich bewegt.

    Weather Pro HD: Zum Preis von 5,00 Franken die meiner Meinung nach derzeit beste Wetter-App!

    Hier direkt installieren »

Sonstige Segel-Apps für das iPad

Es gibt im App-Store noch diverse Apps, die für Charter-Skipper nützlich sein könnten. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich die meisten dieser Apps einmal installiert und dann nie wieder geöffnet habe.

So gibt es z.B. eine Logbuch-App, die mir das Logbuch führen aber nicht wirklich erleichtert. Ausserdem führe ich in der Regel ein ganz konservatives Papier-Logbuch, dass auch mal nass werden darf und das ich auch unterschreiben kann.

Auch die Knoten-Apps oder Seezeichen-Apps lenken mich eher ab. Knoten sollte der Skipper können und die Seezeichen stehen im der Karte Nr.1, die im Skipper-Fach im Kartentisch liegt. Da finde ich die Zeichen schneller als auf einem Touchscreen.

So hat jedes Teil halt seine bevorzugte Nutzung und das iPad ist eben ein Luxus-Cockpit Plotter und eine Multimedia-Infozentrale, die an Bord einer Charteryacht ihresgleichen sucht.

Aber vielleicht sehen Sie das ja anders oder haben eine App installiert, die Ihrer Meinung nach unbedingt auf das Skipper-iPad gehört?
Dann her damit! Schreiben Sie Ihre Meinung in das folgende Kommentarfeld!

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3 Antworten auf “Chartern: Mit dem iPad auf Törn.”

  1. tom
    5. Juli 2012 at 22:10 #

    ich habe auch die navionics-karten auf dem ipad und kann dem kommentar von uwe voll zustimmen. die aktuelle version läuft viel besser und v.a. stabiler. als backup sende ich mir jeweils die tracks an meine mailadresse. sie sind dann mit google-earth wieder anzusehen.

    als weitere apps habe ich ein logbuch „sailbook“ (nicht wirklich praktisch) sowie die wind-apps von windfinder und windguru, mit den bekannten features. als wetter-app habe ich bislang das app „weather track“ verwendet, mit dem grib-files für die gegend wo man unterwegs ist heruntergeladen werden können. falls man wissen möchte, welche sterne gerade über dem kopf leuchten, ist das app „star walk“ ein unterhaltsames programm.

    um unabhägig von allfälligen hafen-wifi zu sein, kaufe ich mir vor dem törn eine lokale sim-karte für ein mobiles modem (huawai) und habe jeweils freien zugriff auf das internet (sofern GSM-abdeckung vorhanden ist).

    wünschen täte ich mir ein logbuch-app welches – wie die navionics-karten – nicht auf eine internetverbindung angewiesen ist und eine standard-logbuchseite zum ausfüllen hat. dazu soll das ganze nach der synchronisation mit dem pc ansprechend auszudrucken sein (für windows-rechner gibs ja solches).

    immer eine handbreit….

  2. Johnzoon
    8. Mai 2017 at 19:55 #

    3G hat überhaupt nichts mit GPS zu tun. Wie kommen Sie den da drauf?

  3. 9. Mai 2017 at 10:03 #

    3G hat nichts mit GPS zu tun. Das ist richtig.
    Ausser, dass iPads von Apple erst dann über die GPS-Fähigkeit verfügen, wenn auch ein Mobilfunk-Modul verbaut ist.
    Reine WLAN-iPads haben keinen GPS – Empfänger und ermitteln die Position über die verorteten WLAN-Netze der Umgebung.

    Android Tablets kennen diese Einschränkung nicht.
    Viele Grüsse
    Uwe

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